Dies ist meine Schwester Olga  

meine Schwester
Martha

 

 

Die vermisste Schwester Olga aus der Ukraine

Im Januar 1945 hatte Mutter Brendel sich von unserer Schwester Olga verabschiedet, denn Sie wurde zum Arbeitsdienst eingezogen. Beim (BdM) Bund deutscher Mädchen wurde sie irgendwo  in Deutschland eingesetzt und keiner wusste wo sie war. Die ältere Schwester Marta musste bei den jüngeren Geschwistern bleiben. Der Vater war bei der deutschen Wehrmacht. Leider musste auch Mutter Brendel aus ihrer Heimat fliehen. Die Flucht war sehr schwierig. Der Weg  führte von der Ukraine über Polen nach Bortfeld, denn in Bortfeld wartete der Vater. 1948 wurde ich, Rudolf, in Bortfeld geboren. Nun wurde nach Olga über das Rote Kreuz gesucht. Über Jahrzehnte lang wurde gesucht - ohne Erfolg.  Meine Eltern haben auf ein Lebenszeichen von  Olga,  ihrer Tochter, gewartet. Unsere Eltern sind beide Anfang der 90er Jahre verstorben.

Falscher Weg nach halben Jahrhundert

Am 20.Mai 1999 öffnete mein Bruder einen Brief vom Deutschen Roten Kreuz Suchdienst München. In diesem Brief stand:

Sehr geehrter Herr Brendel,

beim DRK-Suchdienst München liegt ein Suchantrag mit den in der Anlage beigefügten Angaben vor.

Die Anlage:

Grüß Gott,
ich heiße Olga Brendel, wurde im Jahr 1929 in Neuheim Gebiet Saporizzje geboren.
Im Jahre 1944 arbeitete ich im Dorf Mechau, nicht weit von Hamburg. 1945 kamen die Russen und exportierten alle Mädchen nach Russland. Dort mussten wir alle Waldarbeit verrichten. Ich kann mich schlecht an meine Familie erinnern. Vater Ewald Brendel wurde 1909 geboren und Muter Emma wurde 1904 geboren. Meine Geschwister sind Ewald, Marta, Herta, Hermann und Reinhold.
Ich suche meine Familie.


P.S. Frau Brendel wohnt im Dorf Rudno Ukraine, wo ich Pfarrer bin.

Meinem Bruder Hermann wäre fast das Herz stehen geblieben, als er diesen Brief las. Alle Geschwister wuden angerufen und sagten gleich, das kann nur unsere Olga sein.

Mit hilfe des Deutschen Roten Kreuzes konnten wir dann eine erste Verbindung zu unserer Schwester herstellen.

 

Das Wiedersehen mit unserer Schwester Olga

Olga und Hermann sehen sich am 20.11.1999 nach 55 Jahren in Braunschweig -Busbahnhof-wieder.

Das war eine Freude, unsere Schwester Olga nach 55 Jahren in die Arme zu nehmen
Wir hatten sehr viel zu erzählen Oft gab sie unter Tränen wieder, was alles auf der Flucht geschehen war. Es war ihr immer wieder anzumerken dass diese Erlebnisse sie tief geprägt hatten Und doch wurde in den drei Wochen ihre Anwesenheit viel gelacht.

Sie flüchtete mutterseelenallein zu Fuß aus dem Arbeitslager im Ural, weil sie unbedingt zu ihrer Familie wollte. Im Arbeitslager mußte sie mit einem gebrochenen Arm unter großen Schmerzen die ihr übertragenen schweren Arbeiten verrichten..

Während der Flucht ging sie nachts (um unentdeckt zu bleiben) entlang der Bahnschienen - Richtung vermeintliche Heimat - und am Tag verbarg bzw. verkroch sie sich aus Angst vor den Russen Endlich ,war sie auf dem Marktplatz in Halbstadt angekommen und hoffte, die Familie vorzufinden Da sprach sie eine Frau an und fragte wo sie wohl herkäme. Olga antwortete, sie wolle nach Neuheim zu ihrer Familie. Da sagte die Frau dort könne sie nicht mehr hin da es dort keine Deutschen mehr gäbe und wenn sie dort entdeckt würde, würde man sie erschießen. Sie sagte: Ich darf dich hier nicht aufnehmen, dann bekomme ich auch Schwierigkeiten. Aber Olga durfte eine Nacht bei ihr bleiben und sich ausruhen Am nächsten Tag gab ihr diese gute Frau ein Paar Schuhe und etwas anzuziehen, denn Olga hatte während der Flucht nichts weiter an, als die Kleider die sie trug und darüber eine Jacke

Nun ging Olga aus Angst zurück in Richtung Kiew bis an die polnischen Grenze. Da sie keine Papiere hatte, (diese wurden ihr von den Russen im Arbeitslager abgenommen), mußte sie in der Ukraine bleiben

Sie fand dort eine einfache Arbeit, lernte einen Mann kennen, heiratete und bekam einen Sohn Erst als ihr Mann gestorben war, nahm sie ihren Mädchennamen wieder an und suchte Rat bei einem katholischen Pfarrer. Dieser half ihr bei der Suche nach den Geschwistern in Deutschland.

Leider haben unsere verstorbenen Eltern Olgas Auffinden nicht miterleben können Sie hatten vom Deutschen Roten Kreuz seinerzeit nach einem Suchauftrag die Mitteilung bekommen dass Olga nicht ausfindig zu machen sei und die Hoffnung aufgegeben, dass sie Olga noch einmal lebend wiedersehen würden..


  Unsere Eltern
                                                                                         Familie Brendel im Jahre 1950

Sohn
Ewald   verstorben

Sohn
Reinhold verstorben













Mutter Brendel
verstorben


Sohn
Helmut  verstorben


                                                   Leider ist unsere Schwester Martha nicht auf dem Bild.

Sohn
Hermann

Tochter
Herta

Verstorben

02.03.2008






 







Vater Brendel
verstorben


Sohn
Rudolf